Bevor wir über Fasten reden werden, möchte ich einige Sätze über die Ernährungskunde sprechen.
Wie viel soll man pro Tag essen?
In der Ernährungskunde gibt es ein Begriff das persönlichen Kalorienbedarf genant wird.
Dieser setzt sich zusammen aus:
Ein leicht arbeitender Man verbraucht ca. 1800 kcal pro Tag; eine Frau mit leichter Tätigkeit höchstens 1440 kcal pro Tag.
Wissen Sie wie hoch die durchnittliche Kalorienaufnahme in Deutschland liegt? Sie werden es nicht glauben –bei über 3400 kcal pro Tag.
Dieser höhere Wert ist abhängig:
Wissenschaftliche Studien, die 100 Jahre alte Menschen untersucht haben, zeigen dass diese keineswegs irgendeine Diät gemacht haben, sondern sich durch einfache kalorienarme Kost ernährt haben.
Schon die Antike griechische Medizin entdeckte die positiven Effekte des Fastens und begann, Fasten zu therapeutischen Zwecken einzusetzen.
Aus Fasten wurde Heilfasten, und es gehört somit zu den ältesten Naturheilverfahren überhaupt.
Junge Menschen und Kinder sollen nach Ansicht der Ärzte des Altertums gar nicht fasten. Älteren Menschen wurde es hingegen ausdrücklich empfohlen:
Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mäßig,
übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh
eher durch Fasten als durch Medikamente,
so Hippokrates (berühmter griechischer Arzt 460-375 v. Christus, der Begründer abendländischen Medizin).
Schon vor Tausenden von Jahren wussten die Menschen um die positiven Wirkungen des Nahrungsverzichts.
Ob es die Jäger in den Naturvölkern waren, die vor der Jagdzeit fasteten, die Medizinmänner und Schamanen, die Fastensritten zelebrierten, oder die Mönche in den Klöstern, die Tage- oder wochenweise der Nahrung entsagten:
Sie alle erlebten etwas, das eigentlich paradox ist –
Gewinn durch Verzicht!
Die eigentlichen Einführer des Fastens waren die Klostermönche.
Die Mönche waren im Mittelalter sowohl Seelsorger als auch Ärzte,
und wussten von Anfang an, dass das Fasten auch einen medizinischen Nutzen hatte - schließlich kannten sie Schriften der antiken Ärzte.
Das Fasten war also zur Zeit der Klosterheilkunde (8-9 Jahrhundert) selbstverständlich.
Medizinisch galt es als vorbeugende Maßnahme, man sah es aber auch als Heilmethode an.
wurde das Fasten favorisiert von den Ärzten wie österreichisch-schlesischen Heilkundler Johan Schroth (1798-1856). Die Schrothkuren und Packungen sind bis in heutiger Zeit aktuell.
In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts
propagierte der bekannte Wasserdoktor und Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897), der überwiegend vegetarische Kost empfahl So auch Molke, Milch und Frühlingskuren wurden von im angeboten.
Fortgesetzt und etabliert wurde das Fasten 1905
durch den Amerikaner E. Dewey mit seinem Fastenbuch, das er in Deutschland veröffentlichte.
Die bekannteste Fastenärzte in Deutschland sind Dr. Otto Buchinger und Dr. Franz Mayr /von der mitte des 18 bis mitte des 19 Jahrhundert/ sie machten Fastenkuren in Deutschland populär.
Die beiden haben die wichtigsten Regeln des Fastens festgelegt:
Die auch heute noch aktuell gebliebene Klosterheilkunde stellt eines der ganz wenigen Gesundheitskonzepte dar, das sich als ganzheitlich nennen darf.
Denn von alters her – von Ihren Anfängen im 6. Jahrhundert bis zu ihren modernen Anwendern – beschränkt sie sich nicht nur auf die direkte Behandlung von Krankheiten mithilfe von Heilkräutern und bewährten Therapien, sondern bezieht alle Aspekte des Lebens mit ein.
Dabei war das Fasten keineswegs die Idee weltfremder Mönche und Nonnen. Zeiten des Fastens kennen nicht nur die Christen und andere Religionen,
Zeiten des Fasten finden sich überall in der Natur.
So durchläuft jeder Baum, der im Herbst seine Blätter abwirft, und jedes Tier eine Phase, in der keine oder nur ganz wenig Nahrung aufgenommen wird.
Dabei geht es vor allem um die Frage:
schreibt Benedikt von Nursia, der Vater des abendländischen Mönchstums, in der Einleitung zu seiner Klosterregel.
Eine der wichtigsten Voraussetzungen für gute Tage, für ein gutes Leben, ist die Gesundheit.
Man muss kein Prophet sein, um zu begreifen, dass gerade diese Fragen in unserer heutigen Zeit ständig an Bedeutung gewinnen werden.
wird die medizinische Versorgung immer teuerer.
kann man mit einer gesunden Lebensführung ein hohes Alter mit hoher Lebensqualität erreichen.
Die Kombination von altem Wissen und modernen Erkenntnissen ist ohne Zweifel der Schlüssel dazu.
Die Hauptmotivation für eine Fastenkur sollte nie das Abnehmen allein sein, sondern der Vorsatz, Ernährung und Lebeweise dauerhaft gesünder einzurichten.
In der Anfangsphase des Fastens verliert man zwar täglich bis zu 1 kg Gewicht, dabei handelt es sich aber vor allem um Wasser, das im Gewebe eingelagert oder an Salze gebunden war und nun abgeführt wird.
Die Fettabnahme durch das Fasten wird oft überschätzt, meist beträgt sie maximal ein halbes Kilo pro Tag.
Leichter wird man das Fett durch mäßige Bewegung und – auch nach dem Fasten – durch regelmäßigen Sport los.
Während der Fastenkur kann das Gewicht auch mehrere Tage lang gleich bleiben, was wiederum mit Schwankungen im Salzhaushalt zu tun hat.
Wie viel Gewicht man tatsächlich verloren hat, zeigt sich erst am Übergang zur Aufbauphase, denn dann hat sich der Stoffwechsel wieder dauerhaft umgestellt.
Bis heute ist die Faszination des Fastens ungebrochen
Fasten reinigt und belebt den Körper und hilft, Essen und Trinken wieder bewusster wahrzunehmen!
Und hier wollen wir ansetzen, bewusster Umgang mit der Nahrung ist einer der Leitlinien an die wir anknüpfen, wieder respektvolle Ich-Behandlung in einem selbst hervorrufen, und in dem Alltag die verloren gegangene Seelenmusik wieder ins Leben rufen….
Ein Mensch mit 70 kg Gewicht verfügt über folgenden Reserven:
bei 2400 kcal durchnittlichen Kallorien-Verbauchs reicht es für 42 Tage, aber bei dieser Länge sind Dauerschäden leider nicht ausgeschlossen.