Behandlung einer Analfissur mit Botulinumtoxin

Bei einer Analfissur handelt es um einen Einriss der Haut im Bereich des Analkanals. Durch den Schmerz und die Entzündung kommt es zu einer Verkrampfung des Schließmuskels, dies wiederum verhindert die Abheilung der Fissur. Im ersten Schritt werden entzündungshemmende und auch schmerzstillende Salben eingesetzt. Kommt es hierdurch nicht zur Abheilung, wird eine Operation durchgeführt. Bei dieser Maßnahme wird der innere Schließmuskel durchtrennt, um die Schließmuskelverkrampfung zu beseitigen, sodass die Fissur abheilen kann. Unter Umständen wird auch ein Herausschneiden der Fissur (Fissurektomie) durchgeführt.

Alternativ kann eine Injektion von Botulinumtoxin in den Schließmuskel erfolgen. Botulinumtoxin führt dazu, dass die Muskulatur für einige Wochen geschwächt wird. In dieser Zeit einer leichten Muskellähmung kann die Fissur abheilen.

Wir injizieren nur eine geringe Menge, sodass in der Regel die Restkraft des Muskels ausreicht, um eine Stuhlkontinenz zu sichern.
In wenigen Fällen (< 5 %) kommt es jedoch zu einer vorübergehenden, leichtgradigen Inkontinenz. Bei den bisher behandelten Patienten dauerte diese maximal 2 Wochen an und war auf eine Inkontinenz für flüssigen Stuhl beschränkt.
Systemische Nebenwirkungen sind bei der geringen Dosis unwahrscheilich. Einflüsse auf die inneren Organe sind nicht zu erwarten.


In der ästhetischen Medizin wird pro Muskel normalerweise eine Dosierung von 3-7 Einheiten Botox verwendet. Ernsthafte gesundheitliche Gefahren bestehen ab ca. 1000 Einheiten. Daher liegt die zulässige Höchstmenge pro Behandlung bei 400 Einheiten Botox.
Die bei der Fissurtherapie angewandte Dosis liegt pro Behandlung bei ca. 10-20 Einheiten!